Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt: Hier steht, welche Fragen beim Aufmaß fallen, was Sie vorher selbst klären können und woran es liegt, wenn ein Möbel länger braucht als gedacht.
Warum ein Einbaumöbel anders geplant wird als ein gekaufter Schrank
Ein Schrank aus dem Möbelhaus bringt sein Maß mit, ein Einbaumöbel bekommt es vom Raum. Das klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber über den gesamten Ablauf: Sobald Nischen, Dachschrägen, Heizkörper, Fensterbänke oder Leitungen im Spiel sind, gibt es keine Standardlösung mehr, sondern eine Konstruktion für genau diesen einen Ort.
Die Stücke, die wir am häufigsten bauen, sind genau solche Fälle: Büro- und Lagerschränke, Empfangstheken, Küchen, Waschbecken mit Ablage und Wohnzimmerschränke. Dazu kommen Verkleidungen, die vorhandene Technik verschwinden lassen, etwa eine Heizkörperverkleidung mit Ablage.
Schritt 1: Das Gespräch und das Aufmaß
Am Anfang steht ein persönliches Beratungsgespräch, in dem wir Ihr Vorhaben bis ins kleinste Detail durchgehen. Je konkreter Sie den späteren Alltag beschreiben, desto genauer wird die Planung. Diese Punkte klären wir dabei:
- Nutzung: Was soll hinein? Aktenordner, Geschirr, Kleidung oder Werkzeug — Fachhöhen und Tiefen richten sich nach dem Inhalt, nicht umgekehrt.
- Technik im Raum: Steckdosen, Schalter, Leitungen, Heizungsrohre und Lüftungsauslässe müssen erreichbar bleiben oder werden bewusst eingeplant.
- Bewegungsflächen: Türen, Fenster und Durchgänge bestimmen, wo eine Drehtür passt und wo ein Auszug die bessere Lösung ist.
- Untergrund: Ob eine Wand massiv gemauert oder in Trockenbauweise erstellt ist, entscheidet über die Befestigung — genauso wie der Bodenaufbau.
- Optik: Front, Oberfläche, Farbe oder Holzton, Griffe oder grifflose Ausführung.
Das Aufmaß nehmen wir vor Ort, nicht nach Ihren Angaben am Telefon. Gerade in Altbauten stehen Wände selten im Winkel und Böden sind selten eben. Ein Möbel, das auf dem Papier passt, steht sonst mit einer sichtbaren Fuge an der Wand. Solche Abweichungen fangen wir über Passleisten und angepasste Seitenteile auf — vorausgesetzt, sie sind vorher bekannt.
Schritt 2: Material, Fronten und Beschläge
Holz ist im Schreinerhandwerk seit jeher das Material, mit dem sich stabile Möbel bauen lassen. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt vom Raum ab: Massivholz zeigt seine Maserung und lässt sich nachbearbeiten, furnierte Platten bleiben auch bei großen Flächen formstabil, lackierte Oberflächen fügen sich ruhig in einen hellen Raum ein.
In unseren Arbeiten finden Sie alle drei Wege: eine Küchenzeile mit Holzfronten in einem Aufenthaltsraum, ein weiß lackiertes Einbaumöbel mit Schubkästen, eine dunkle Einbauschrankwand in einem Studioraum. Bei den Beschlägen entscheidet der Alltag: Auszüge machen tiefe Schränke nutzbar, Drehtüren sparen Platz vor dem Möbel, gedämpfte Beschläge sind in Büros und Besprechungsräumen oft wichtiger als jedes Designdetail.
Material, Oberfläche und Beschläge bestimmen den Preis mit. Eine belastbare Kalkulation können wir deshalb erst nennen, wenn Maß und Ausführung feststehen — nicht vorher.
Schritt 3: Die Fertigung in der Werkstatt
Gefertigt wird bei uns im Betrieb: Unser Team besteht aus vier Fachleuten für Schreinerarbeiten und zwei Auszubildenden. Zuschnitt, Kanten, Bohrbilder und Oberflächen entstehen vorbereitet in der Werkstatt, damit die Arbeit bei Ihnen vor Ort kurz bleibt. Planen, Schreinern und Montieren übernehmen wir selbst — zwischen Aufmaß und Montage liegt kein Zwischenhändler, der Maße weiterreicht.
Schritt 4: Die Montage bei Ihnen
Bei der Montage wird das Möbel ausgerichtet, im tragfähigen Untergrund befestigt und an Wand, Decke und Boden sauber angeschlossen. Anschließend werden Türen eingestellt und Auszüge geprüft. Zwei Dinge helfen, damit dieser Termin reibungslos läuft:
- Der Raum sollte fertig sein — Boden verlegt, Maler- und Elektroarbeiten abgeschlossen.
- Der Weg zum Aufstellort muss frei sein; bei großen Teilen zählt auch die Breite von Treppenhaus und Tür.
Was den Zeitplan bestimmt
Wie lange Ihr Möbel braucht, sagen wir Ihnen nach dem Aufmaß. Vorher wäre jede Angabe geraten. Diese Punkte verschieben den Termin am häufigsten:
- Verfügbarkeit von Material, Oberfläche und Beschlägen.
- Anzahl der Sonderteile: Jede Schräge, jede Aussparung und jede Sonderhöhe ist ein eigenes Werkstück.
- Der Stand der anderen Gewerke, wenn gerade gebaut oder renoviert wird.
- Abstimmungsschleifen bei der Ausführung — die sind sinnvoll, brauchen aber Zeit.
Was Sie vor dem ersten Termin vorbereiten können
- Fotos des Raums, gern auch aus der Ecke gegenüber.
- Grobe Maße: Breite, Höhe, Tiefe der geplanten Fläche.
- Eine Liste dessen, was untergebracht werden soll.
- Beispielbilder, die Ihnen gefallen — sie sagen über die gewünschte Optik mehr als jede Beschreibung.
Welche Arbeiten wir über den Möbelbau hinaus übernehmen, von Holzböden über Trockenbau bis zum Einbau von Fenstern, steht auf der Seite Leistungen von Möbelbau bis Trockenbau. Und wenn Sie Ihr Vorhaben besprechen möchten: Beratungstermin anfragen oder anrufen unter +49 (0)221 17923558.